Elon Musks Starlink: Highspeed-Internet an jedem Ort der Welt
Erst vor wenigen Tagen wurden erneut 58 von ihnen in die Erdumlaufbahn geschossen: Starlink-Satelliten des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX. Ziel dieser Bestrebungen ist es, bereits in wenigen Jahren, mittels eines Netzwerks aus eben diesen Satelliten, den Zugriff auf das Internet an wirklich jedem Ort der Welt zu ermöglichen.
Im März dieses Jahres kreisten laut Statista insgesamt 2.666 Satelliten um die Erde. Die meisten hiervon unter US-amerikanischer Flagge. Schon in wenigen Jahren dürfte sich diese Zahl – vertraut man den Aussagen von Elon Musk und Jeff Bezos – mehr als verdoppelt haben. Grund für diesen Anstieg sind die Bestrebungen der beiden Unternehmer – genauer: der unterstellten Raumfahrtunternehmen SpaceX und Blue Origin –, dichtmaschige Satellitennetzwerke aufzubauen, die es ermöglichen sollen, an jedem Ort der Welt Highspeed-Internet zur Verfügung zu stellen. Doch die Angst um noch mehr Weltraumschrott und eine Überladung des Nachthimmels lässt auch Kritikerstimmen laut werden und ein weiterer Konkurrent, OneWeb, verkündete im März dieses Jahres seine Zahlungsunfähigkeit. Alles also doch nur utopische Zukunftsvision? Wir haben uns angeschaut, was es mit dem Internet aus dem All auf sich hat.
Glücklicher Knut: Endlich auch Internet am Nordpol
Es sind sogenannte White Spots (Deutsch: Weiße Flecken): Orte, an denen es bis heute immer noch keine Internetverbindung gibt. Jedes Jahr wird ihre Anzahl kleiner, dringt das Internet in weiter entlegene Gebiete vor. So gibt es mittlerweile schon im Basislager des Mount Everest freies WLAN und auch im Barneo Ice Camp, 80 Kilometer vom Nordpol entfernt, lässt sich im Netz surfen. Doch hat eben noch nicht jeder Eisbär Zugriff auf das World Wide Web und je nach Funkmasten-Konstellation finden sich auch deutschlandweit noch zahlreiche weiße Flecken. Tatsächlich scheint es also so, als wäre eine Erde ganz ohne Funklöcher einzig über das angestrebte “Satelliten-Internet” zu erreichen.
550 km, 53°

5 Jahre auf die Retoure warten

Die erste Starlink-Generation soll eine Haltbarkeit von ungefähr 5 Jahren haben. Nach Ablauf dieser Frist wird der Satellit mit seinem Hallantrieb zum Eintritt in die Erdatmosphäre gesteuert, wobei er dann vollständig verglüht. Sollte die Kommunikation mit dem Satelliten durch einen technischen Defekt gestört sein oder der Hallantrieb ausfallen, ist dennoch auf lange Sicht – aufgrund des normalen Höhenverlustes – mit einem selbständigen Wiedereintritt in die Atmosphäre zu rechnen. Hierdurch soll der Anhäufung weiteren Weltraumschrottes vorgebeugt werden, eine Bemühung, die vermutlich künftig auch von Gesetzes wegen vorgeschrieben sein wird.
Erste Starlink-Beta unter höchster Geheimhaltung
Der erste Betatest des Systems ist bereits gestartet. Es dringen jedoch nur sehr wenige Informationen an die Öffentlichkeit, da alle ausgewählten Tester zwangsläufig eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben müssen. Man erwartet von den Teilnehmern aussagekräftiges Feedback zur Verbesserung des Systems, weswegen sich der Testerpool fast ausschließlich aus entsprechenden Fachkräften zusammensetzt. In einem weiteren Schritt soll der Personenkreis der Betatester aber deutlich ausgeweitet werden.
Musk gibt an, dass mit 60 Satelliten insgesamt etwa 1 Terabit/s erreicht werden können. Pro Satelliten sollen je nach geographischen Gegebenheiten Übertragungsraten von 33-66 Gigabit/s möglich sein. Es ist davon auszugehen, dass im aktuellen Betatest aber nur ein Bruchteil dessen zur Verfügung steht. Zusätzlich zu klassischen Netzwerkgeräten wie einem Router, wird für den Bezug von Starlink-Internet auch noch eine von SpaceX patentierte Satellitenschüssel benötigt. Das erste Modell hat einen Durchmesser von 48 cm und richtet sich durch integrierten Elektromotoren selbständig aus.
Amazon will zweiten Kuipergürtel schaffen

Bilder:
www.blueorigin.com
www.spacex.com

