Sie sind auf der Suche nach einem Eingabestift für Ihr Tablet? Neben den verschiedenen Größen, Formen und Farben fallen wahrscheinlich auch sofort die großen Preisunterschiede auf: Die günstigsten Modelle gibt es bereits für unter 10 Euro, hingegen kostet der Apple Pencil mehr als das Zehnfache. Grund dafür sind die unterschiedlichen Technologien, mit denen die Stifte arbeiten. Wir erklären die Unterschiede.

Welcher Stift passt zu welchem Tablet?

 

Apple, Samsung, Microsoft und viele weitere Tablet-Hersteller bieten zu Top-Geräten auch den passenden Eingabestift an. Leider ist dieser nicht immer im Lieferumfang enthalten, der Apple Pencil für das iPad muss beispielsweise extra dazugekauft werden. Neben den Eingabestiften vom Hersteller gibt es teilweise deutlich preiswertere Modelle. Doch nicht jeder Stift ist mit jedem Tablet kompatibel.

 

Quelle: iStock

Sogenannte resistive Touchscreens reagieren auf Druck, das heißt, sie lassen sich mit dem Finger oder anderen Gegenständen mit kratzfreier Spitze steuern. Kapazitive Displays hingegen ermitteln die Position Ihres Fingers durch die Veränderung des elektrischen Feldes. Das funktioniert so: In den Ecken des Tablets sind Elektroden verbaut, die ein schwaches elektrisches Feld erzeugen. Eine Berührung leitet einen Teil der Ladung ab und das elektrische Feld verändert sich. Letzteres ist messbar, wodurch das Gerät die Position Ihres Fingers bestimmen kann.

 

Die meisten Tablets haben einen kapazitiven Touchscreen verbaut. Deshalb stellen wir im Folgenden drei unterschiedliche Arten von Eingabestiften vor, die mit kapazitiven Displays kompatibel sind.

1. Günstig, aber wenig präzise: Passiv kapazitive Stifte für das Tablet

 

Am preiswertesten sind einfache, kapazitive Eingabestifte für das Tablet ohne eigenen Akku. Sie haben meist eine runde, weiche und leitfähige Spitze, die von Touchscreens wie eine Fingerbewegung erkannt wird. Diese Art von Eingabestift ist mit jedem kapazitiven Display kompatibel und jederzeit einsatzbereit. Da der Stift keine eigene Stromversorgung hat, entfällt das lästige Akku-Aufladen inklusive der Suche nach dem Ladekabel. Passiv kapazitive Stifte stellen keine Funkverbindung zum Tablet her, deshalb sind sie meist sehr kompakt verbaut.

 

Grundsätzlich können Sie alle kapazitiven Tablets – vom Samsung Galaxy Tab S7 bis zum neuesten iPad mit dieser einfachen Stift-Art bedienen. Für filigrane Zeichnungen oder Notizen ist die Eingabe aber oft zu ungenau.

2. Etwas teurer, aber deutlich exakter: Aktiv kapazitive Tablet-Stifte

Im Vergleich zu passiv kapazitiven Stiften nutzt diese Variante keine dauerhaft leitende Spitze. Stattdessen erzeugt der Eingabestift durch einen integrierten Akku ein leichtes elektrisches Feld, das der Touchscreen erkennen kann. Ist die Akku-Kapazität erschöpft, lässt sich der Stift entweder über USB-Kabel oder kabellos per Induktion aufladen. Letzteres ist vor allem bei höherwertigeren Stiften möglich. Egal, für welche Preisklasse Sie sich bei dieser Art von Eingabestift entscheiden, alle aktiv kapazitiven Modelle funktionieren ohne Bluetooth-Verbindung.

 

Handschriftliche Notizen sind mit aktiv kapazitiven Eingabestiften gut lesbar, einfache Zeichnungen gelingen ebenfalls gut. Wer den Stift auf dem Tablet wie einen Bleistift auf einem Blatt Papier nutzen möchte, wird mit dieser Variante allerdings nicht glücklich. Unterschiedliche Winkel, in denen Sie den Stift halten, erkennen selbst Premium-Tablets nicht.

3. Die Königsklasse der Tablet-Stifte: Aktive Eingabestifte mit Bluetooth-Verbindung

 

Wer sich auch auf dem Tablet authentisches Zeichenstift-Feeling wünscht, benötigt dafür einen aktiv kapazitiven Stift, der über Bluetooth mit dem Gerät verbunden ist. Diese Variante ist zwar am teuersten, sie bietet aber das natürlichste Schreibgefühl und kann zudem mit einer großen Genauigkeit punkten. Das liegt zum einen an der verbauten Sensorik, die es dem Tablet ermöglicht die Lage des Stifts genau zu erkennen und umzusetzen. Das ist vor allem für Kalligraphie-Apps oder andere Zeichenprogramme besonders wichtig. Zum anderen spielt auch die sogenannte Druckempfindlichkeitserkennung eine wichtige Rolle, denn nur damit gelingen unterschiedlich dünne oder breite bzw. helle oder dunkle Striche auf dem Display. Je nach Preisklasse gibt es zudem Unterschiede hinsichtlich der Zahl an Druckempfindlichkeitsstufen, die die einzelnen Stifte erkennen können: Der Apple Pencil oder auch Samsungs aktueller S-Pen schaffen bereits über 4.000 verschiedene Druckstufen.

 

Quellen: