Vor genau vier Jahren, am 13. Juli 2016, traf Pokémon Go in den deutschen App-Stores ein und eroberte das Land im Sturm. Alle Altersklassen machten sich plötzlich gemeinsam auf die Jagd nach den insgesamt 151 Pokémon der ersten Generation. Zum vierten Jubiläum schauen wir uns an, was sich mittlerweile so alles im Spiel getan hat und was vom Hype übrig geblieben ist.

Eine Welt, die Pokémon Meister werden will

Es war ein Traum, den sich die Generation Y in den 90er-Jahren ausmalte: Statt nur auf dem Game Boy, wünschte man sich, Pokémon auch in der echten Welt fangen und gegeneinander antreten lassen zu können. Erfüllung fand sich schließlich – erst viele Jahre später – mit der Kombination aus Echtzeit-Lokalisierung und Augmented Reality (deutsch: Erweiterte Realität) in der iOS und Android-App Pokémon Go von Niantic. Pokémon mussten jetzt nicht nur mit dem Pokéball, sondern auch mit der Handykamera eingefangen werden.

 

In den USA, Neuseeland und Australien erschien das Spiel bereits am 6. Juli 2016. Als sich aber herausstellte, dass die unternehmenseigenen Server von Niantic nicht ausreichen würden, um der gewaltigen Nachfrage standzuhalten, entschied man sich dazu, die App in weiteren Ländern erst nach und nach zu veröffentlichen. So folgte, am 13. Juli 2016, genau vor vier Jahren, schließlich auch ein deutscher Release. Im Gepäck befanden sich bereits die ersten Schlagzeilen: Autounfälle, unbefugtes Betreten, Knochenbrüche – das Pokémon-Fieber war ausgebrochen.

Mehr als eine Milliarde Downloads: Rekordebrecher Niantic

Wie Business of Apps berichtet, durchbrach Pokémon Go im März 2019 die 1-Milliarden-Downloads-Marke. Bis zum Oktober desselben Jahres erwirtschaftete die App insgesamt drei Milliarden Dollar Umsatz. Niantic, das „kleine“ 150 Millionen Dollar (so hoch der geschätzte Unternehmenswert vor der Veröffentlichung von Pokemon Go) Entwicklerstudio aus San Francisco, wird mittlerweile mit ungefähr vier Milliarden Dollar bewertet. Eine Erfolgsgeschichte bar jeden Vergleiches, deren Weichen bereits mit dem Vorgänger-Spiel, Ingress, im Jahr 2013 gelegt wurden.

 

Der Vergleich mit Pokémon Go liegt hier nahe: In Ingress kämpfen zwei Fraktionen, die Erleuchteten und der Widerstand, um die sogenannte exotische Materie, eine geheimnisvolle Ressource, die potentiell sowohl zum Wohle als auch Schaden der Menschheit nutzbar gemacht werden kann. Basierend auf den Geodaten des OpenStreetMap-Projekts, werden auf der gesamten Welt virtuelle Checkpoints errichtet, die dem Spieler, nach einem direkten Besuch vor Ort, mit Punkten oder Items versorgen. Der Standort-Abgleich erfolgt hierbei direkt über GPS. Eine clevere, logische Weiterentwicklung der ersten Niantic-App, Field Trip, einem GPS-basierten Stadtführer.

 

Rückblick
In diesem Blogartikel von 2016 haben wir uns bereits einmal mit dem Hype um Pokemon Go auseinandergesetzt, und sogar Prognosen für die Zukunft des “Augmented Reality Gamings” angestellt. Haben wir recht gehabt?

Was hat sich getan?

Im Jahr nach der Veröffentlichung des Spiels stand zunächst nur die klassische erste Pokémon-Generation – bekannt von der Roten-, Blauen- und Gelben-Edition auf dem Game Boy –, mit insgesamt 151 Pokémon (einschließlich Mew), zum Fangen bereit. Bis heute wurde diese Zahl auf 654 erweitert, darunter sogar bereits einige „Taschenmonster“ aus der Region der achten Generation, Galar.

 

Seit Juni 2018 ist es nun auch endlich möglich, Pokémon mit anderen Spielern zu tauschen. Die Option, gegen andere Trainer in Kämpfen anzutreten, folgte aber erst Anfang des Jahres mit Einführung der GO Battle League. Zusätzlich können sich die Spieler mittlerweile auch gegen die Verbrecherorganisation Team Rocket in Kämpfen behaupten.

Spezial-Herausforderungen zum 4. Jubiläum

Das diesjährige Pokémon Go Jubiläum fällt mit dem GO Fest 2020, einem globalen Community Event im Zeitraum vom 3. bis 22. Juli, zusammen. Jede der drei Wochen steht dabei unter einem eigenen speziellen Herausforderungs-Motto: Fangen, Kämpfen und Freundschaft. Zudem treten im gesamten Zeitraum vermehrt Flug-Pokémon auf und es besteht sogar die Möglichkeit, auf ein seltenes fliegendes Pikachu (s. o.) zu stoßen. Am ersten Wochenende des Fests finden wieder Raids mit Ho-Oh statt, hier soll sogar der goldenen Shiny-Form begegnet werden können. Es empfiehlt sich auch, nach einem Mauzi-Ballon Ausschau zu halten – möglicherweise trifft man dann auf zwei alte Bekannte, die nun auch endlich ihre Pokémon-Go-Premiere feiern.

 

Neu bei Pokémon Go?
Wir hatten hier bereits einmal einige Tipps und Tricks für den modernen Smartphone-Spiele-Klassiker zusammengetragen.

 

Bilder: Niantic, Inc.