Mit dem Exynos 2100 stellt Samsung einen neuen Prozessor für Smartphones vor, der sich hinsichtlich Leistung und Effizienz gegenüber der Qualcomm-Konkurrenz behaupten soll. Beide Chips setzen auf eine identische Architektur, der Exynos-SoC hat jedoch ein paar spannende Eigenschaften mit an Bord.

Quelle: Samsung

Der Prozessor besitzt eine Strukturgröße von lediglich 5 Nanometer, ganz konkret wird der Exynos 2100 im EUV-Verfahren („extreme ultra-violet“) gefertigt. Das soll insgesamt nicht nur für eine bessere Effizienz sorgen, sondern auch die Leistung steigern. Die Architektur basiert auf acht Kernen, die in drei sogenannte Cluster aufgeteilt sind. Wie das Konkurrenzmodell von Qualcomm, der Snapdragon 888, nutzt auch der Exynos 2100 einen Cortex-X1 als Prime Code. Dieser taktet mit bis zu 2,9 GHz und ist somit am leistungsfähigsten. Dazu gibt es drei Cortex-A78 Kerne mit bis zu 2,8 GHz und vier Cortex-A55 Kerne mit bis zu 2,2 GHz.

Leistungsstarker Prime-Core mit bis zu 2,9 GHz

 

Laut Samsung erreicht der Exynos 2100 damit eine um 19 Prozent bessere Single-Core- und eine um 33 Prozent bessere Multi-Core-Leistung im Vergleich zum Vorgänger Exynos 990. Dieser kam unter anderem im Galaxy S20 zum Einsatz und wurde besonders wegen der unzufriedenstellenden Effizienz kritisiert. Ob der Exynos 2100 dahingehend besser agiert, müssen erst Praxistests zeigen. Allerdings setzt Samsung für eine bessere Energieeffizienz auf AMIGO („Advanced Multi-IP Governor). Dieser soll über den Stromverbrauch des Chips wachen und, so Samsung, für „extralanges Gameplay“ sorgen. Als Grafikeinheit kommt eine Mali-G78 mit 14 Kernen zum Einsatz, die für eine insgesamt 46 Prozent höhere Grafikleistung sorgen soll.

 

Direkt im SoC integriert ist auch ein 5G-Modem, der Samsung-Chip ist also für den neuen Mobilfunkstandard ausgerüstet. Im mmWave-Bereich sollen bis zu 7,35 Gigabit pro Sekunde im Download möglich sein, im Sub-6GHz-Spektrum sind es maximal 5,1 Gbps. Bezüglich des Displays soll der Exynos 2100 eine Bildwiederholrate von 120 Hz mit 4K Auflösung und 144 Hz mit QHD+ Auflösung unterstützen.

Gesteigerte AI-Performance und Kameras mit bis zu 200 Megapixel

 

Quelle: Samsung

Der ISP des Exynos 2100, also der Bildsignalprozessor, kann mit bis zu 200 Megapixel Sensoren umgehen. Er kann Daten von sechs Kameras individuell oder von vier Sensoren parallel verarbeiten. Dazu gibt es eine gesteigerte AI-Performance, die NPU („neural processing unit“) im Exynos 2100 soll rund 26 Tops erreichen (Billionen Operationen pro Sekunde). Zum Vergleich: der Exynos 990 aus dem letzten Jahr schaffte 15 Tops.

 

Durch die künstliche Intelligenz soll der Samsung-Chip auch eine verbesserte inhaltsbasierte Bildverarbeitung besitzen. Dabei können diverse Eigenschaften wie zum Beispiel Weißabgleich, Farbdarstellung oder Szenen sowie Objekte besser erkannt werden.

Videoaufnahmen in 8K mit bis zu 60 fps oder in 4K mit bis zu 120 fps

 

Schon letztes Jahr gab es erstmals die Möglichkeit ein Video mit bis zu 8K aufzunehmen. Auch der Exynos 2100 beherrscht diese Auflösung und ermöglicht zudem die Video-Dekodierung in 8K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Aufnahmen werden mit HDR10+ sowie dem neuen AV1-Decoder unterstützt. Dieser soll besonders effizient aber auch qualitativ hochwertig arbeiten, hierbei sind Videos mit 8K bei bis zu 30 fps und 10-bit möglich.

 

Der Samsung Exynos 2100 kommt zunächst beim hauseigenen Galaxy S21 zum Einsatz, zumindest im europäischen und koreanischen Markt. In den USA wird das Smartphone den Snapdragon 888 erhalten. Übrigens: Samsung hat einen kleinen Ausblick für 2022 gegeben und angekündigt, dass zukünftige Exynos-Modelle wohl auf eine Grafikeinheit von AMD setzen werden.

 

Quelle: